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On the R(o)ad across America

Utah im Rausch / 408 KM in 3 Tagen

Mittwoch, 20.04.16
Was für ein Tag und was für ein Ritt. Heute sollte, ohne dass wir davon wussten, die längste Etappe anstehen.

Um 09:30 ging es aus dem Haus der Pearson’s in Richtung Circleville. Nach ca. 20 KM mussten wir ‚Tschüss‘ zu Tobias sagen. Unser Begleiter in den vergangenen Tagen fährt in Richtung Süden nach Cedar City. Wir mussten weiter gen Osten.

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Für uns ging der Weg danach weiter nach Beaver. Dort hieß es eine Entscheidung zu treffen. Entweder den kürzeren Weg über einen 3.100 Meter Pass oder den längeren Weg um den Berg herum, jedoch wussten wir für diese Variante die genaueren Routenbedingungen nicht. Nachdem nicht zu 100% geklärt werden konnte ob der Pass überhaupt offen ist, wurde die zweite Variante gewählt. Zum Leidwesen von Albert.

Es sollte direkt neben der Interstate (Autobahn) 15 in Richtüng Süden gehen um dann einen Bogen um das Bergmassiv zu machen und wieder gegen Norden zu fahren. Die Bezeichnung Straße war eine maßlose Übertreibung für die Piste, die wir an der Interstate entlang fuhren. Diese Schotterstrsße verlangte alles ab, vor allem für Albert’s Rad, belastet sowas doch sie Räder enorm. Ab diesem Zeitpunkt wurde für den Tag nicht mehr viel geredet, war die Stimmung doch eher im Keller.

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Nach 20-25 KM erreichten wir das Ende und konnten endlich weiter über Teer rollen nur um einen Berg mit 2.400 Höhenmeter erklimmen zu müssen.

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Danach veränderte sich die Landschaft wieder zum besseren. Ab da rollten wir entlang eines kleinen Bachs durch eine grünüberzogene Schlucht bis nach Circleville. Der angestrebte Campinplatz hatte wohl mal bessere Zeiten erlebt und war geschlossen. Daher ging es heute in den Stadtpark campen.

Ob diese Route nun die bessere Wahl war, kann natürlich nicht gesagt werden. Es war jedoch sau anstrengend.

Fahrtkilometer: 140
Höhenmeter: 1.215
Fahrtzeit: 7:39 Stunden

Donnerstag, 21.04.16
Und gleich nochmal so ein Brett.

Nach einer super Nacht im Stadtpark ging es früh um 10:00 Uhr los. Schnell machten wir Meter und erreichten Kooscharem (70 Km) um 14:00 Uhr. Der Mittagsschnack war bitter nötig und als wir gerade zahlen wollten, erwartete uns ein gute Überraschung. Der Herr, mit dem wir uns davor 10 Minuten unterhalten hatte, hatte die Rechnung übernommen! Große Geste von einem großen Mann. Leider war er schon nicht mehr da, um ein Foto aufzunehmen.

Danach Angriff auf den bisher zweithöchsten Pass auf 2.549 Metern. Zu dem langen Anstieg gesellte sich auch noch dieser nette Gegenwind von dem wir ständig reden, ebenso musste noch ein ‚Wenn ich du wäre‘ erfüllt werden (Mehr wird dazu erstmal nicht gesagt) weswegen es sich eine Ewigkeit zog, aber letztendlich doch geschafft wurde.

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Auf der abschließenden Strecke machten wir zum erstmal Bekanntschaft mit deinem Freund und Helfer, der Polizei. Die Polizei wies uns in deutlichem Ton darauf hin, dass Fahrräder laut Utah Law soweit rechts wie möglich fahren müssen, was wir natürlich nicht gemacht hatten. Hat der Polizist natürlich recht, ist das hier aber teilweise gefährlicher als sich ‚breit‘ zu machen. Wenn wir ganz rechts fahren, haben die Auto- und LKW-Fahrer keine Skrupel trotz Gegenverkehr 50 Cm neben uns mit 80 Km/H an uns vorbeizuschießen. Fahren wir weiter links überlegen diese es sich zweimal.

Kurz darauf passierte genau dieses. Ein Truck zog knapp an uns vorbei, die Dame in ihrem Jeep im Gegenverkehr, natürlich am Handy, musste ins Kies ausweichen und was folgte war ein Hupkonzert und böses Fluchen, natürlich in unserer Richtung, waren doch ganz klar wir daran schuld;-)

Die letzten Meter zogen sich, aber nach 126 KM bogen wir endlich links auf den Campingplatz ab. Das Capitol Reef in dem wir uns befinden ist landschaftlich ein Traum, rote Felsen wie im Bilderbuch. Leider nur von kurzer Dauer, geht es morgen doch schon wieder durch eine Wüste.

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Am Abend kamen nach zwei langen, anstrengenden Tagen bei uns drei die Emotionen hoch, da wurde der Ton etwas lauter und rauer aber sowas gehört eben auch dazu. Es ist nicht alles schön, auch wenn wir das oft so darstellen.

Fahrtkilometer: 126
Höhenemeter: 1.111
Fahrtzeit: 6:51 Stunden

Freitag, 22.04.16
Alle guten Dinge sind drei.

Nachdem am vorherigen Abend festgestellt wurde dass der Weg nach Denver keine 2.000 Km sondern eher 2.500 Km sind, heißt es sich sputen. Es liegen jetzt noch 1.000 Km vor uns und 254 Km nach Moab in den Arches Nationalpark. Um dort wenigstens einen Tag verbringen zu können wollen wir in zwei Tagen dort sein.

Doch zu erst wurden wir belohnt und das vom feinsten. Der Highway gen Moab führt direkt durch den Capitol Reef Nationalpark. Einer der meist unterschätzten Nationalparks der USA. Er gilt als ein richtiger Geheimtipp, liegt er doch genau zwischen Arches und Bryce Canyon. Entlang vom knallroten Felsen, folgen wir den Fremont River. Es ging leicht bergab und wir konnten die Fahrt durch die Schlucht vollends genießen.

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Kurz vor Ende schoss plötzlich Matt an uns vorbei. Ebenfalls auf dem Rad fährt er seit 2 Monaten durch den Westen der USA und hat mittlerweile 2.000 Meilen abgespult und ernährt sich nur von Nüssen und Peanutbutter. Es war uns eine Ehre in zum Essen einzuladen. Matt wurde unser Companion, zumindest für den halben Tag, bis wir Hanksville erreichten um einen Snack einzunehmen. Bis dahin wurde schon 75 Km geradelt.

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Danach wechselte die Landschaft etwas in Richtung Wüste. Teilweise fühlten wir uns eher an Australien erinnert als an die USA. Landschaftlich stellt sich Utah bisher mit am schönsten heraus. Ebenso ist auffällig, dass um so näher man einem Nationalpark kommt, um so sauberer sind die Straßen. Auf Highway 50 stapelte sich die leeren Dosen und der Müll am Seitenrand. Da lobe man sich doch Deutschland.

Der Tag behielt ein kleines Highlight für mich. Durfte ich doch nach dem wir am Straßenrand einen Schlafplatz gefunden hatten, Friseur spielen. Also wenn noch jemand einen neuen Friseur braucht, ich mach’s doch gerne.

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Jetzt werden morgen die letzten 110 Km angegriffen um endlich einen Ruhetag zu haben. Der letzte liegt auch schon wieder knapp 1.200 Km zurück.

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Fahrtkilometer: 142
Höhenmeter: 688
Fahrtzeit: 6:08 Stunden

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1 Comment

  1. Zahnarztpraxis C. Fuchs Mai 13, 2016

    Hallo , liebe Grüße in den wilden Westen, viel Spaß und Erfolg für Euer Vorhaben. Wir drücken Euch alle Daumen und nehmt dieses Gefühl der Freiheit und Naturverbundenheit in Euch auf!
    Alles Gute , wir folgen Euch per Computer.

    Alle Mitarbeiterinnen der Zahnarztpraxis Carmen Fuchs aus dem Thüringer „Frankenblick-Meng.-Häm.“

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