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On the R(o)ad across America

Michigan, der Rasen Gottes und ein alter Bekannter

Sonntag, 29.05.2016

Nach dem alltäglichen Oatmeal Frühstück nehmen wir noch ein kleines Bad im Michigan Lake, dann heißt es für uns im feucht- heißen Klima Strecke machen. Kurz nachdem wir losgefahren sind, passieren wir die Grenze zu Michigan, den 10. Staat auf unserer Tour.

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Es bleibt drückend heiß, der Wind kommt aus allen Richtungen, und wir zuckeln über kleine Straßen im Zick- Zack Modus durch Farmland und Wälder bis wir South Bend erreichen.

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Hier in der 100.000 Seelenstadt haben uns Jim und Maria Scheetz zu sich nach Hause eingeladen. Sie haben über unsere Facebook- Seite von uns erfahren und noch vor Beginn der Tour Kontakt zu uns aufgenommen.

Da stehen wir, fertig mit der Welt, vor der Tür und werden mit einem herzlichen „Servus“ begrüßt. Sie haben selbst eine Zeit lang in Coburg bzw. Lichtenfelser Raum gelebt, und werden uns nun beherbergen.

Jim, Maria und wir

Jim, Maria und wir

Fahrstrecke: 98 km
Fahrtzeit: 4:58 Stunden
Höhenmeter: 486

Montag, 30.05.2016

Weil Jim uns in ein Pancacke-Restaurant einladen will und wir um 9:15 immernoch schlafen, werden wir mit Marschmusik der Notre Dame Universität wirkungsvoll aus dem Schlaf gerissen. Das „frühe“ Aufstehen lohnt sich; die gigantischen Pancakes haben es in sich, und schaffen es tatsächlich mal uns zu sättigen.

Apple-Pancacke

Apple-Pancacke

Anschließend besichtigen wir die die renomierteste Universität in Indiana: die Notre Dame University. Obwohl die Uni nur etwa 10.000 Studenten hat, stellt sie eine der erfolgreichsten Footballteams der College Football Liga.

Notre Dame Main Building

Notre Dame Main Building

Zurück im Haus, erquickt sich Bergschlange mit einem Power-Nap. Stahlwade gönnt sich auch etwas Ruhe. Wieder bei Kräften zeigt uns Jim die Überbleibsel seiner Schädlingsbekämpfungsfirma und überreicht uns feierlich ein Nummernschild aus Indiana von 1982 – ein echtes Sammlerstück!

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Am frühen Abend werden wir zum Mexikaner ausgeführt. Die Burritos sind köstlich und entsprechen endlich mal unseren Größenvorstellungen. Als es allmählig kühler wird, radeln wir zur Primary School in der Nachbarschaft und werfen dort noch einige Körbe.

Der Tag endet perfekt mit „Game 7“ -dem Entscheidungsspiel der zwei besten Mannschaften des Westens: San Francisco und Oklahoma City. Die Golden State Worriors glänzen und ziehen hochverdient ins Finale gegen die Cleveland Cavaliers ein.

Müde aber voller Vorfreude morgen wieder zu radeln, schlafen wir die Nacht wie ein Baby.

Dienstag, 31.05.2016

Wir verabschieden uns von Jim und Maria und radeln zunächst entspannt über kleinere Straßen bis zum Highway 12. Ein noch nie dagewesener Flickenteppich erschwert uns das Vorankommen, außerdem scheinen die Einwohner Michigans Radfahrern gegenüber eher feinsehlig eingestellt zu sein und rauschen ziemlich knapp an uns vorbei.

Flickenteppich deluxe

Flickenteppich deluxe

Zum Glück fahren wir nur gut 45 Minuten auf dem Highway und rollen dann wieder über wenig befahrene „Backroads“.

Gegen Mittag sind wir in Three River und finden ein Stück Heimat am Rand der Stadt: Aldi!

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Als wir reingehen fühlen wir uns fast wie durch ein Portal nach Deutschland gebeamt: das Sortiment, die Aufmachung und sogar die Preisschilder sind fast identisch wie zuhaus. Wir kaufen Baguette, Frischkäse, Schinken und Salat ein und machen uns fette Sandwiches!

Best Sandwiches in Town

Best Sandwiches in Town

Mit vollem Magen radelt sichs tatsächlich etwas einfacher, auch wenn die Sonne gnadenlos auf unser runterbrennt. Dazu auch heute mal wieder ’ne steife briese in unschöner Richtung unterwegs. Dann gehts auch noch mehrere Kilometer über eine gefürchtete „Gravelroad“, eine unasphaltiere Straße mit fiesen Steinen, die unsere Räder gut durchschüttelt.

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Nach 110 Km erreichen wir dann aber endlich unser Tagesziel: Union City mit 1400 Einwohnern. Im örtlichen Supermarkt nennt man uns drei potenzielle Übernachtungsmöglichkeifen: Campen hintern Motel, bei der Polizei fragen oder die Kirche um Obdach bitten. Wir entscheiden uns für die Kirche, doch als wir dort klopfen ist niemand da. Wir fahren 500 meter weiter und haben mehr Glück; der Pfarrer ist da und bietet uns nach wenigen Minuten einen Zeltplatz direkt hinter der Kirche an, den wir dankend annehmen und unsere mobilen Behausungen aufstellen.

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Die Einrichtung sieht zumeist wie folgt aus:

Albis Zelt

Albis Zelt

Basti's Home

Basti’s Home

Als wir gerade unser Abendessen (Burritos mit Reis und den resten der Sandwiches) vertilgen, kommt plötzlich die Frau des Pfarrers und schenkt uns selbstgemachte Muffins. Sie sagt, dass sie diese extra für uns gemacht hat, nachdem sie von ihrem Mann erfahren hat, was da für zwei verrückte Radfahrer in ihrem Garten übernachten.

Fahrstrecke: 110 Km
Fahrtzeit: 5:49 Stunden
Höhenmeter: 493

Mittwoch, 01.06.2016

Früh am Morgen werden wir von zwei Reportern geweckt. Pastor Dave hat bei der Stadtzeitung angerufen und zwei Radfahrer seien „something interesting“ für eine Kleinstadt wie Union City.

Pressefoto

Pressefoto

Nachdem wir die Fragen der zwei beantwortet haben, bekommen wir auch noch zwei Essenspackete beim Abschied. Wir bedanken uns artig und fahren auf dem Highway 60 gut 65 Kilometer nach Jackson, wo wir am Ende unserer Kräfte im Restaurant „zur goldenen Möwe“, umgangsprachlich auch McDonalds genannt, speisen.

Wir werden mal wieder auf unsere Nummerschilder angesprochen und bekommen nach ein paar Minuten völlig verdutzt einen 50 $ Gutschein des Fast Food Restaurants geschenkt. Yes, damit sind die nächsten Tage essenstechnisch also gesichert 😛

Das Tagesziel ist der Waterloo State Park, der uns bei Abreise von einer der beiden Journalistinnen empfohlen wurde. Dort angekommen drücken wir zähneknirschend je 12 $ ab und hüpfen erstmal in den angrenzenden See.

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Nachdem die Sonne untergegangen ist, gibt es erst Nudeln mit Tomatensoße bevor der Tag bei Lagerfeuer (vermeintlich) entspannt ausklingt.

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Als wir nämlich gerade ins Zelt gehen wollen, treffen wir einen alten Bekannten: einen Waschbären, der mal wieder unser Zeugs anknabbern will. Wir sagen ihm, dass er sich verziehen soll und schlafen mit offenen Ohren.

Unser Freund der Waschbär

Unser Freund der Waschbär

Fahrstrecke: 106 Km
Fahrtzeit: 5:06 Stunden
Höhenmeter: 466

Donnerstag, 02.06.2016

Nachdem wir aufgestanden sind, werden zunächst die Schäden der Nacht begutachtet. Die Waschbären haben ganze Arbeit geleistet und u.a. unseren geliebten Kochtopf aus Silikon angeknabbert.

Wir starten gegen 9:30 Uhr und fahren 60 Km bis nach Howell, wo wir bei einem Radladen stoppen und nach Ersatzschläuchen fragen. Wir tauschen ein Foto (das sie auf ihrem Facebookaccount posten) gegen zwei Schläuche und haben mal wieder Geld gespart!

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Dank Marion sitzen wir wenig später vor zwei deftigen Burgern. Marion fiebert seit Tag 1 mit und hat uns etwas Geld für ein ordentliches Mittagessen überwiesen, vielen Dank!

Thanks Marion, we appreciate very much!

Thanks Marion, we appreciate very much!

Frisch gestärkt treten wir wieder in die Pedale. Dabei geht es zunächst auf einem komfortablen Seitenstreifen gen Osten – leichte Kilometer, da nun auch der Wind auf unserer Seite ist.

Bei über 30 Grad muss man da echt gut aufpassen

Bei über 30 Grad muss man da echt gut aufpassen

Wir kommen zu einer großen Kreuzung; alles dicke Autos und wir mit unseren mickrigen Rädern mittendrin. Manchmal schon ein wenig beängstigend, aber irgendwie blendet man die vorbeirasenden Autos irgendwann aus, da sie fast schon Normalität sind.

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Zum Schluss wirds nochmal schweißtreibend und nervenaufreibend, da unsere alten Möhren mal wieder ordentlich durchgeschüttelt werden; der allseits gefürchtete Schotter is back!

Still not loving Gravelroads

Still not loving Gravelroads

Die Nacht verbringen wir bei Familie Byearup, die wir mal wieder durch Warmshowers finden konnten. Zum Abendessen serviert man uns feinste Pasta Bolognese, dazu noch Spargel mit Hühnchen und Erdbeeren auf Eis und Bisquit als Dessert. Lecker!

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Der Tag endet bei einer Partie Pool und ein paar Bierchen in einer ehemaligen Feuerwache, die man zu einer Bar/Restaurant umgebaut hat.

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Fahrstrecke: 97 Km
Fahrtzeit: 4:31 Stunden
Höhenmeter: 580

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3 Comments

  1. Gags Juni 3, 2016

    Ihr seid so coooool, liebe Grüsse wieder mal aus Bad Staffelstein.

  2. Gags Juni 3, 2016

    Wir haben große Interresse, das Ihr Euren Vortrag von Eurer Reise, in unseren Angerstübla ( 70 Plätze ) abhalten würdet.
    Würde ich organisieren…. aber kommt erst mal gesund heim

    viele Daumen nach oben . . .

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