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On the R(o)ad across America

Kanada, im 7.Himmel und Heisenberg

Freitag, 03.06.2016

What a Day! Ganz gut was passiert heute! Zunächst gehts aber erstmal ganz entspannt mit Pancackes, Ei und Speck los.

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Wir verabschieden uns von Evelyn und wollen zunächst zum Outdoorladen um die Ecke, als Albi plötzlich eine Autowerkstatt sieht. Wir halten und fragen nach einem Nummernschild aus Michigan, dass wir immernoch nicht klarmachen konnten. Heute ist unser letzter Tag in Michigan, schon Morgen werden wir hoffentlich nach Kanada rübermachen.

Wir fragen also den Besitzer der Werkstatt, ob er eins für uns hat. Leider muss er passen, ruft aber einen Kumpel an, der tatsächlich ein paar rumliegen hat, die er nicht mehr braucht. Wir radeln 3 Meilen in die verkehrte Richtung, um ein Nummernschild zu bekommen! Verrückt, aber der Umweg hat sich definitiv gelohnt und wir kriegen ein besonders schönes Exemplar von 1978!

Heisenberg aus Breaking Bad überreicht uns das Michigan Nummernschild!

Heisenberg aus Breaking Bad überreicht uns das Michigan Nummernschild!

Dann gehts noch kurz ne neue Gaskartusche kaufen und wieder auf die Straßen Michigans – ein hartes Pflaster bzw. endloser Flickenteppich. Dazu ist es wieder tierisch heiß, nur der Fahrtwind kühlt ein wenig.

Über Gravelroads, kleinere Highwayabschnitte und Backroads gehts erstmal gut 50 Km nach Oxford, wo wir bei Subway den Sodafountain melken und uns jeder ein Sandwich gönnen.

Dann geht irgendwann nichts mehr – ein Großbaustelle versperrt uns den Weg. Nix zu machen, wir müssen die bittere Pille schlucken und zurückradeln. Mist!

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Wenig später werden wir dann netterweise mit einem herrlichen Fahrradweg weit abseits der Autos und Abgase entlohnt. Wir cruisen auf perfektem Belag durch eine bewaldete Landschaft. Dazu läuft Musik auf Bastis Soundbox – Life’s good!

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Irgendwann knacken wir die 100 Km Marke, die wir normalerweise immer anpeilen. Heute müssen wir allerdings nochmal die Zähne zusammenbeißen; 30 Km wollen noch weggestrampelt werden.

Der Verkehr ist plötzlich mörderisch, dummerweise will gegen 17:30 Uhr irgendwie jeder Heim. Wir überstehen die unschönen Kilometer und erreichen unser Ziel Marine City gegen frühen Abend. Jetzt trennt uns nurnoch ein Fluß von Kanada!

Die Nacht bleiben wir noch auf amerikanischem Boden und finden Cheryl auf Warmshowers, die uns spontan zu sich einlädt. Cheryl ist Besitzerin eines Restaurants unweit der Stadt. Begrüßt werden wir direkt mit einem Bier – die Frau weiß offensichtlich was erschöpfte Radler nach knapp 140 Km brauchen.

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Wir duschen, essen Burger und schauen noch ein wenig Fernsehen, dann gehts ins Bett.

Big day! Made about 85 miles today. Got a licence plate from Heisenberg (Breaking Bad) and were invited to stay with Cheryl in Marine City. Had a nice evening with cold beer and burgers.

Fahrstrecke: 138 Km
Fahrtzeit: 6:40 Stunden
Höhenmeter: 555

Samstag, 04.05.2016

Der Tag beginnt bei Filterkaffee, Toast und Trauben. Wir brauchen ein bisschen länger bis wir loskommen, da wir vor lauter Aufregung vergessen haben, die Wäsche in den Trockner zu schmeißen.

Bergschlange zählte Schäfchen auf dem Balkon

Bergschlange zählte Schäfchen auf dem Balkon

Wir starten gegen 10:30 und fahren einen knappen Kilometer zur Fähre nach Kanada. Wir rollen auf Deck, zahlen 2$ pro Bike und genießen die kurze Überfahrt über den etwa 100 Meter breiten St. Clair River.

Dann stehen wir vorm kanadischen Zoll und haben ein wenig Bammel, dass irgendwas eventuell nicht in Ordnung sein könnte. Am Ende ist alles halb so wild, wir dürfen nach ein paar harmlosen Fragen passieren. Nach mehr als 60 Tagen und knapp 5000 Km endlich ein neues Land – geiles Gefühl!

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Danach wird zunächst am Fluß entlang gecruist, bevor es auf dem Highway 2 rund 60 Km nach Osten geht.

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Irgendwo ziemlich in der Mitte machen wir eine Pause bei einer Kirche, als uns plötzlich der Hausmeister auf seinem Quad entgegenheizt. Er lädt uns in seine Wohnung ein, die sich nur wenige Meter neben der Kirche befindet. Wir fragen nach einer Straßenkarte und bekommen Muffins, Wasser und Jalapenõs. Eine Karte kramt er dann auch noch irgendwo raus – wir sind happy!

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Heute ist es nicht besonders heiß, dazu sind die kanadischen Straßen wesentlich besser in Schuss als die in Michigan, Indiana und Illinois zusammen. Dazu ist so gut wie kein Verkehr unterwegs. Perfekte Bedingungen könnte man meinen, jedoch bläst uns ein strammer Gegenwind ist Gesicht, wir kämpfen uns Kilometer für Kilometer vorwärts.

In Kanada wird übrigens wieder im metrischen System; also Kilometer statt Meile, Kilogramm statt Pfund und Hektar statt Acre, gerechnet. Cool, endlich mal kein lästiges Umrechnen für ein paar Tage!

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Gegen Nachmittag erreichen wir Newbury mit immerhin 439 Einwohnern. Das Dorf ist die erste ernste Ansammlung von Häusern seit 60 Km. Hungrig gehen wir in den Supermarkt, kaufen ein paar Lebensmittel und fragen nach einem Schlafplatz. Man rät uns zum einzigen Restaurant des Dorfs zu fahren.

Dort werden wir mit den Worten: „Sorry, but we are closed today“ empfangen. Not good! Wir kommen mit den Besitzern ins Gespräch und erzählen unsere Geschichte. Wenig später stehen zwei Teller mit leckerstem Inhalt vor uns. Als Gegenleistung erwartet man von uns, dass wir ein deutsches Lied singen. Spontan trällern wir „Fuchs du hast die Gans gestohlen und ernten schallendes Gelächter :)

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Nach dem Essen kommt es sogar noch besser: wir dürfen im Garten des Restaurants/Wohnhauses zelten.

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Abends trinken wir mit den Jungs der Familie noch einige alkoholhaltige Getränke. Guter erster Tag in Kanada!

We are finally in Canada! Such a great feeling after two months in america. Took the ferry and cycled about 40 miles to newbury, where we stopped at a restaurant. Although it was closed they made us delicious food and allowed us to camp in their backyard.

Fahrstrecke: 65 Km
Fahrtzeit: 3:28 Stunden
Höhenmeter: 77

Sonntag, 05.06.2016

Über Nacht hats heftig geregnet, weshalb wir länger brauchen bis wir loskommen. Um 10:30 sitzen wir aber im Sattel und steuern unsere Gefährte über gut asphaltierte Straßen mit wenig Verkehr.

Von Links: Stahlwade, Deklin, Alan, Trevor und Bergschlange

Unsere Gastgeber letzte Nacht! Von Links: Stahlwade, Deklin, Alan, Trevor und Bergschlange

In der nächsten Siedlung stoppen wir in einem kleinen Cafe und checken die Warmshowers Hosts in der Umgebung und können unser Glück kaum fassen, als Terry uns wenige Minuten später: „Sure, when are you going to be here“ zurückschreibt.

Wir geben Gas und fliegen über den Highway. Nach knapp 60 gefahrenen Kilometern ist der Himmel plötzlich ziemlich düster und es donnert. Das Unwetter erreicht uns inmitten vom nirgendwo, zum Glück können wir uns auf der Veranda eines Hauses unterstellen.

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Es regnet wie aus Kübeln; es ist tatsächlich erst das erste Mal, dass wir aufgrund von Regen stoppen müssen. Nach 65 Tagen kann man da echt nicht meckern!

Der Schauer dauert gut 30 Minuten dann gehts weiter und wir erreichen unser Tagesziel Port Stanley um 16:00. Weil es wieder anfängt zu regnen und wir sehr hungrig sind, machen wir uns Nudeln mit Baked Beans und Jalapenos direkt am Strand.

Dann gehts aber zu Terry. Nachdem uns Google Maps zu seinem Haus navigiert hat, denken wir erst die Adresse ist falsch. Sein Haus steht direkt am Strand!

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Terry lebt mit seiner Lebensgefährtin Lynn in dem luxuriösen Anwesen und ist seit ein paar Jahren auf Warmshowers registriert und hostet nach eigenen Angaben jede Woche mindestens einen Radfahrer.

Thanks Terry und Lynn!

Thanks Terry und Lynn!

Nachdem wir uns eingerichtet haben, gehen wir direkt an den Strand und entdecken zwei Kajaks mit denen wir ne gute Stunde ziellos rumpaddeln. Dann gibts Essen (Terry ist ein guter Koch!) und wir schauen noch ein wenig Basketball.

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Game 2: Golden State vs. Cleveland

Game 2: Golden State vs. Cleveland

It rained all night and we needed a little longer to get started. Cycled to Port Stanley and stayed with Terry and his Partner Lynn for the night. It was amazing stay; their house was directly at the beach!

Fahrstrecke: 77 Km
Fahrtzeit: 3:37 Stunden
Höhenmeter: 268

Montag, 06.06.2016

Nach Kaffee am Strand und Terry’s Bikerfrühstück (Eier mit Kartoffeln) starten wir voller Tatendrang in den Tag.

Ziel heute ist Terry’s Ferienhaus im rund 80 Km entfernten Long Point. Obwohl er uns gestern erst kennengelernt hat, vertraut er uns sein Cottage inmitten eines großen Naturreservats an – einfach unglaublich!

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Der Ritt ist einfach, wir haben guten Wind und fliegen entlang der Küstenstraße.

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Verkehr ist so gut wie nicht existent, die Umgebung saftig Grün und die Straßen erste Sahne – Kanada entpuppt sich als Radlerparadies.

In Port Burwell gibts 4 Dosen Ravioli mit Fladenbrot, das am Strand direkt doppelt so gut schmeckt!

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Früh erreichen wir dann Long Point und Terrys Ferienwohnung. Diese ist gemütlich eingerichtet und kommt ohne jeden Schnick-Schnack daher – perfekte Bleibe!

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Den Nachmittag verbringen wir am Strand, Abends gibts wieder Nudeln.

Beachlife

Beachlife

Wir entdecken eine Spielesammlung und vertreiben uns die Zeit mit Jenga und Scrabble.

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Terry invited us to stay at his cottage in Long Point. We cycled for about 55 miles and arrived at the nice little house at afternoon. Went to the beach and had a fun time playing jenga and scrabble in the evening.

Fahrstrecke: 81 Km
Fahrtzeit: 3:40 Stunden
Höhenmeter: 227

PS: Uns geht so langsam die Musik aus, falls noch jemand paar gute Songs/Bands auf Lager hat – her damit!

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2 Comments

  1. Mutti Juni 8, 2016

    https://www.youtube.com/watch?v=PtWafYfzTIQ
    Erinnert mich an euch zwei süßen…
    Grüße aus LE!!
    XOXO

  2. Diegrösstenfans Juni 9, 2016

    Hört sich alles mega cool an, genießt die Tage am Strand
    Ich hör gerade gerne this Girl! Von kungs. Hört mal rein 😉
    Liebe Grüße aus der Heimat

    P.s. Thanks to all the nice people who hosted our two boys !!!

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