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On the R(o)ad across America

Almost there, Jam-Session und jetzt im 4.Gang nach New York!

Donnerstag, 16.06.2016

Letzter Tag am Erie-Kanal! Obwohl der Radweg teilweise sehr schön ist, freuen wir uns, dass wir ihn heute wieder verlassen und zu neuen Ufern aufbrechen werden.

Zunächst ist aber alles wie gewohnt, es geht entspannt am Kanal entlang, immer in Richung Osten. Nach einigen Tagen Wildcampen ist uns mal wieder nach einer netten Unterkunft über Warmshowers. Wir benutzen das Free Wifi eines McDonalds und finden Dan, der uns zu sich nach Hause einlädt.

Zweites Zuhause - die Straße

Zweites Zuhause – die Straße

Wir treten stramm in die Pedale, da nachmittags auch noch die deutsche Nationalmannschaft spielt. Nach 60 Km am Kanal entlang finden wir ein kleines Restaurant, das Wraps mit Pommes für 6,50 $ anbietet. Wir schlagen zu, radeln nochmal 15 Km weiter und finden eine Kneipe in einem Ort namens Rotterdam Junction. In der Gegend sind viele Orte nach europäischen Städten benannt! Wir sind z.B. schon durch Rome, Amsterdam und Athens gecruist.

30 Grad - da hilft nur kaltes Bier!

30 Grad – da hilft nur kaltes Bier!

Die Bar ist gut besucht, wir schauen das Spiel und quatschen mit den Leuten. Gesprächsthemen sind u.a. unser Trip, die Flüchtlingssituation in Deutschland und die anstehende Präsidentenwahl in Amerika.

Am frühen Abend sind wir dann fast bei Dan. Dieser hat uns jedoch bereits gewarnt, dass sein Haus „at the end of a big hill“ sei. Wir haben das aber nich so ernst genommen, schließlich haben wir bereits die Rockies bezwungen. So ein Hügel also Kindergeburtstag! Denkste! Der Berg stellt sich als kurz, dafür aber als brutal steil heraus. Ca. 1,5 Km gehts mit zweistelligen Prozentzahlen hoch; Basti muss ein Stück schieben!

Wie im tiefsten Urwald!

Wie im tiefsten Urwald!

Schweißgebadet stehen wir dann aber bei Dan auf der Terasse. Seine Frau Anita begrüßt uns und gibt uns erstmal Wasser zum Abkühlen. Das Haus der Familie Brudos ist selbstentworfen und handgemacht, eine willkommene Abwechslung zu den billigen Fertighäusern vielerorts. Dan arbeitet hauptberuflich als Lehrer, hat sich das Schreinern jedoch so gut selbst begebracht, dass er mit Hilfe von Freunden innerhalb von 2,5 Jahren das Haus gebaut hat – eine erstaunliche Leistung!

Zelten hinterm Haus!

Zelten hinterm Haus!

Anita bekocht uns vom Allerfeinsten, danach klingt der Tag bei Bier und entspanntem Beisammensein ruhig aus!

Fahrstrecke: 96 Km
Fahrtzeit: 5:00 Stunden
Höhenmeter: 323

Freitag, 17.06.2016

Heute wollen wir uns zum Hudson-River durchschlagen. Wir könnten dem Kanal noch etwas folgen, haben aber beide keine Lust auf den gut 60 Km langen Umweg und entscheiden uns die Abkürzung über Schenectady zu nehmen.

Wir verabschieden uns von Dan und Anita (Sie noch im Schlafanzug und will so nicht mit aufs Foto) und bekommen sogar noch ein Nummernschild aus New York!

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Dann gehts zunächst durch städtisches Gebiet, d.h. viel Verkehr, Abgase und teilweise echt schlimme Straßen, kurzum: kein besonders großer Spaß!

Wir überstehen die Passage und kommen am Hudson River an. Jetzt also nurnoch den Fluss runtercruisen dann sind wir da! Wieder einmal werden wir von der hügeligen Landschaft überrascht! Es geht rauf und runter, dazu wieder über 30 Grad.

Schön, aber erstaunlich hügelig dieses Hudson Valley

Schön, aber erstaunlich hügelig dieses Hudson Valley

Wir kommen trotzdem ganz gut voran, bis Bastis Möhre plötzlich Probleme macht. Wir stoppen bei Subway und checken die Angelegenheit und stellen fest, dass sich die komplette Schaltung verabschiedet hat. Da es sich um eine Narbenschaltung handelt kann man da auch nich viel machen und die Amis kennen sich damit auch nicht aus, Reparatur also äußerst schwierig!

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Immerhin bleibt Bergschlange aber der vierte von sieben Gängen; damit gehts einigermaßen. Sowohl die Hügel lassen sich erklimmen (Wiegetritt) als auch die flachen Stücke (20-22 Km/h) relativ zügig fahren.

Wir erreichen Catskill und beschließen hier die Nacht zu verbringen. Wir fragen im Supermarkt, der Feuerwehr und einer Schule – alles Fehlanzeigen! In letzter Not radeln wir zur State Police und erzählen dort unsere Geschichte. Ein Officer namens M. Nazi (Ja, der hieß tatsächlich so!) erbarmt sich unser und sagt wir können im Park am Ende der Hauptstraße übernachten.

Die Polizei unser Freund und Helfer

Die Polizei unser Freund und Helfer

Der Park liegt direkt am
Hudson – besseren Platz zum campen hätten wir kaum finden können! Wir schlagen unsere Zelte auf und Basti zockt Fußball nebenan. Albi ist derweil nich untätig und spricht mit verschiedenen Leuten, u.a mit einem ehem. Soldaten, der angeblich MP (kontrolliert das Militärgesetze eingehalten werden) von Elvis Presley war und einem älteren Radfahrer, der uns 20$ für unsere Essenskasse gibt.

Camping deluxe!

Camping deluxe!

Fahrstrecke: 97 Km
Fahrtzeit: 5:01 Stunden
Höhenmeter: 587

Samstag, 18.06.2016

Wir sind zeitig auf den Beinen, essen Oatmeal und packen unsere sieben Sachen.

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Zunächst gilt es den Hudson-River zu überqueren. Wir fahren ein kleines Stück zurück und rollen mit 20 Km/h über die etwa ein Kilometer lange Brücke. Autos bezahlen 1,50 $ pro Überfahrt, Radler kommen kostenlos auf die andere Seite. Gute Sache!

1 Km lange Brücke

1 Km lange Brücke

Wir folgen dem Highway 9G bis nach Rhinebeck, wo wir die 6000 Km Marke knacken und eine kleine Brauerei ansteuern, so ein Meilenstein will natürlich ordentlich gefeiert werden. Wir trinken unser bisher teuerstes Bier (7$) und essen selbstgemachte Burritos vom Vortag.

Prost Kamerad!

Prost Kamerad!

Dann gehts weiter, das Wetter ist wie an den vergangenen Tagen mörderisch heiß (32 Grad), wir trinken literweise Wasser um nicht zu dehydrieren!

Trick 17 gegen Hitze - Eis in die Mütze!

Trick 17 gegen die Hitze – Eis in die Mütze!

Gegen frühen Nachmittag erreichen wir „Hyde Park“, wo Franklin Roosevelt, der 12. Präsident der USA (1933-1945) sein Anwesen hatte. Da es sowieso auf dem Weg liegt machen wir einen kurzen Abstecher und schauen uns mal um!

Roosevelt Manison!

Roosevelt Manison!

Dann sind wir auch schon in Poughkeepsie, das wir als Tagesziel ausgemacht hatten. Wir steuern eine Feuerwache an und fragen nach Übernachtungsmöglichkeiten. Dort schickt man uns zu einem Restaurant, wo man anscheinend gut zelten kann. Wir lassen unseren Charme spielen aber nichts zu machen. Man rät uns auf die andere Seite des Hudson zu einem kleinen State Park zu fahren. Wir überqueren den Fluss also ein zweites Mal und radeln zum Park, der sich aber als Witz rausstellt; keine Chance hier zu campen!

Traumhaft über den Hudson zu cruisen!

Traumhaft über den Hudson zu cruisen!

Wir fahren weiter und wollen wildcampen, als wir merken dass wir nich mal mehr Wasser haben. Es wird also weitergestrampelt! In einer Tankstelle spricht man uns auf unsere Nummerschilder an: „You cycled all the way from Utah?!“ Wir:“No, we actually started in San Francisco!“ Wir quatschen und fragen die zwei Herren, wo man hier irgendwo für eine Nacht unterkommen könnte. Die zwei überlegen kurz und schicken uns zum Falcon, einer Musikkneipe gut 10 Km den Fluss runter.

Dort fragen wir nach Tony, dem Chef des Ladens. Wir sprechen vielleicht zwei Minuten mit ihm, dann sagt er bereits: „Sure, you two stay in my backyard, no Problem“.

Wir bauen dann nur kurz unsere Zelte auf, duschen und sind wieder im Falcon, wo um 8:30 eine französische Band namens Scarecrow spielen soll. Die Truppe spielt eine Art Blues Hip-Hop, tourt gerade durch die Staaten und übernachtet auch bei unserem Gastgeber Tony.

Scarecrow Live on Stage!

Scarecrow Live on Stage!

Der Auftritt ist unterhaltsam, das Bier gut! Gegen 11:30 sind wir wieder bei Tony und spielen Basketball gegen den Sänger und den Tontechniker der Band auf dem Platz in der Einfahrt! Die franzosen spielen ganz gut und gehen schnell mit 5:2 in Führung. Dann läufts besser bei uns; Stahlwade versenkt ein paar Layups, Bergschlage trifft einige Jumpshots – wir gewinnen am Ende mit 11:7.

Nach dem Spiel gehen wir auf den Dachboden, der zu einem echten Tonstudio ausgebaut wurde. Dort finden wir uns plötzlich inmitten einer spontanen Jam-Session wieder, jeder Spielt ein Instrument und man drückt sogar uns ne Rassel in die Hand.

Jam-Session

Jam-Session

Die Band macht bis zum Morgengrauen weiter, wir verziehen uns irgendwann und schlafen sofort ein. Sweet Dreams!

Fahrstrecke: 87 Km
Fahrtzeit: 4:39 Stunden
Höhenmeter: 748

Sonntag, 19.06.2016

Der Tag beginnt leicht verkatert gegen 9:30 Uhr. Die Jungs von Scarecrow sagen adios und werden von Tony zum Bahnhof gebracht. Wir verabschieden uns und werden zum Konzert in Nürnberg Ende Juli eingeladen.

Die Jungs von Scarecrow. Dazu Lee (Lockenkopf) und Tony (rechts)

Die Jungs von Scarecrow. Dazu Lee (Lockenkopf) und Tony (rechts)

Irgendwann während der Jam-Session letzte Nacht hat uns Tony’s Sohn Lee gefragt, ob wir nich nochn Tag bleiben wollen, bisschen Chillen und so. Wir sagen sofort ja und bleiben den Tag also bei den Falcos.

Gegen Mittag gehts wieder ins Falcon; wir werden mit Pizza verköstigt! Danach nehmen wir Tonys Van, laden zwei Kanus ein und fahren zusammen mit Lee und dessen Freundin Jess runter zum Hudson um ein bisschen zu Paddeln!

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Nachmittags spielen wir gut zwei Stunden Basketball, machen Trickshots und blödeln auf dem Grundstück rum. Lee ist ein cooler Typ, genau auf unserer Wellenlänge, wir verstehen uns sofort.

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Abends gehts wieder in die Musikkneipe, es gibt Livemusik, Pizza und Bier. Danach gehts mit der gesamten Familie vor den Fernseher; es läuft das Entscheidungsspiel zwischen den Golden State Warriors (SF) und den Cleveland Cavaliers!

Spät Abends verabschieden wir uns und werden von Lee noch zu einem seiner Konzerte am Mittwoch Abend in New York eingeladen. Wir hoffen, dass wirs dahin schaffen und ihn nochmal sehen, waren verdammt geile 1 1/2 Tage!

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